Die Montierung lag schon seit etwas längerer Zeit bei mir zu Hause ungenutzt. Am 04.09.2021 habe ich
mich entschlossen, diese nun doch einmal zum Einsatz kommen zulassen. Da diese Montierung nur
über eine App zu steuern ist, war der Nachmittag voll mit diversen "Übungen". Erst die Verbingung
aufbauen, dann schauen die Einstellungen (z.B. Anzahl der Bilder, Belichtungszeit, Nachführung der
Montierung selber etc.) passen. Für die Vorbereitung aufs "Einnorden" gab es Hilfe aus dem Internt durch
Videos.

Dann kam als ersters die Wahl des Aufnahmeortes. Hier hatte ich erst überlegt wieder ins Murnauer Moos zu
fahren, aber die Bilder der Live-Cam vom Abend vorher waren wegen der sehr hellen Hintergrundbeleuchtung
nicht so toll. Ich habe mich dann entschieden, wenn das Wetter passt, zum Buga-Berg im Münchner Osten
zu fahren. Erstens sind es nur ca. 15 min. von mir zu Hause aus, zweitens habe ich einigermassen guten
Blick nach Süden.
Dann kam die Wahl des/der Objekte zum "probieren". Also "stellarium" auf, Zeit eingestellt, diverse Ausschnitte
für die Kamera probiert. Dann stand fest, ich versuche es mit dem "Pfeil" und dem "Kleiderbügel". Wenn noch
Zeit bleibt dann mit dem Cirrusnebel und evtl. mit M31. Gleichzeitg kam die Wahl der Kamera, entweder
die Canon 80D mit dem 100mm oder die 6D mit dem 100mm. Ich habe mich dann für die 80D mit dem 100mm
entschieden.

Als es anfing dunkel zu werden, bin ich los und dann mit Stativ, Fotorucksack und Dreibein zum Sitzen
auf den Buga-Berg.

Aufgrund der angenehmen Temperaturen war ich nicht alleine dort oben, vom See gab es musikalische
Unterhaltung.

Ich habe dann aufgebaut und musste noch etwas warten bis "Polaris" sichtbar war, denn ohne diesen
ist die Montierung nicht einzunorden. Mithilfe der App ging es aber dann problemlos, allerdings nicht mit dem
mitgelieferten Rotlicht, sondern mit der eigenen Rotlichtlampe, die ich schräg in den Polsucher gehalten
habe.

Kamera drauf, nochmals die "Einnordung" kontrolliert. Dann habe ich versucht mein erstes Objekt einzustellen,
den "Pfeil", leider hat es nicht so wie erhofft geklappt. Es war noch zuviel Licht im Süden. Ich habe mich dann entschlossen,
den Bereich im Schwan mit dem Cirrusnebel zu versuchen. Der Ausschnitt war für meine Kamera/Objektiv-Kombination
ausreichend, so dass ich dann alles darauf ausgerichtet habe. Über Live-View, bei 10-fach scharfgestellt, die
Anzahl der Bilder und Belichtungszeit in der App eingestellt und dann auf "Start". Ich habe erst 20 Bilder mit
22 sek. Belichtungszeit (Einstellung mit Vorauslösung) und dann 20 Bilder mit 30 sek. Danach jeweils 20 Bilder
mit der gleichen Einstellung, mit der Objektivklappe davor. Dann noch 20 Bilder bei gleicher Blende und ISO mit
der kürzesten Belichtungszeit (hier 1/8000 sek.). Am nächsten Tag habe ich dann die "flats" (Bilder zu Ausleuchtung
des Objektivs) gemacht.

Am Sonntag, 05.09.2021, habe ich dann die Bilder geschsut und war schon sehr überrascht, dass bereits bei
einer Einzelaufnahme von 30 sek. der Cirrusnebel ansatzweise erkennbar ist.

Leider waren die weiteren Aufnahmen von M31 leider falsch fokussiert, so dass ich diese gelöscht habe.
Ich hätte noch mal nachfokussieren sollen, mein Fehler.

Durch die entsprechende Bearbeitung kam folgendes Bild heraus.

1200 Cirrus 001

Für diesen ersten Versuch mit der Star Adventurer Mini Wi-Fi bin ich sehr zufrieden. Die Einnordung war nur
fast perfekt, trotzdem sind die Sterne fast punktförmig. Der nächste Versuch wird eine längere Belichtungzeit sein.

 

München, 07.10.2021, Markus Beser