Im Sommer 2020 war es so weit. Ein vielversprechender Komet kündigt sich an.


Wir hatten schon im Frühjahr große Erwartungen an den Komet C/2019 Y4 (ATLAS), der sich schnell entwickelte und wir auf eine Sichtbarkeit mit bloßem Auge hofften. Leider zerschlug sich dies schnell und der Komet löste sich in seine Einzelteile auf.
Darum waren wir uns nicht sicher, ob wir noch auf C/2020 F3 (NEOWISE) hoffen dürfen. Wird ihn dasselbe Schicksal wie ATLAS ereilen?
Wir wollten ihn unbedingt sehen. Am Anfang waren es keine schönen Zeiten für die Arbeitenden unter den ATMN-Mitgliedern. Es gab nur eine Morgensichtbarkeit Anfang Juli, aber wer weiß, ob er bis zur Abendsichtbarkeit Mitte des Monats durchhält bzw. wie sich seine Helligkeit entwickeln wird.
Das heißt entweder die Nacht durchmachen oder Wecker stellen.

Die Montierung lag schon seit etwas längerer Zeit bei mir zu Hause ungenutzt. Am 04.09.2021 habe ich
mich entschlossen, diese nun doch einmal zum Einsatz kommen zulassen. Da diese Montierung nur
über eine App zu steuern ist, war der Nachmittag voll mit diversen "Übungen". Erst die Verbingung
aufbauen, dann schauen die Einstellungen (z.B. Anzahl der Bilder, Belichtungszeit, Nachführung der
Montierung selber etc.) passen. Für die Vorbereitung aufs "Einnorden" gab es Hilfe aus dem Internt durch
Videos.

Die Vorgeschichte

Als ich vor einigen Jahren nach einer größeren Pause wieder mit einem Teleskop eingestiegen bin, hatte ich wohl wie viele Einsteiger ein Bedürfnis nach einer gewissen Größe des Teleskops, nach dem Motto größer = besser. Als Ziel hatte ich mir schöne DeepSky-Fotos vorgenommen. Da ich allerdings mobil sein muss, habe ich mich für ein 8“ Newton auf einer EQ6 entschieden. Nach und nach erkennt man neben den vielen Vorteilen auch die Nachteile dieser „Größenklasse“, vor allem das Gewicht. Als Astrokamera bin ich ziemlich schnell auf eine monochrome, gekühlte ASI1600 umgestiegen. Immerhin hatte ich dank MGEN, F/5 und monochrom nie Schwierigkeiten bei der Nachführung.